In einer familiären Atmosphäre, in der sich jeder wohlfühlt, kann man gut miteinander lernen Gemeinsames vegetarisches Mittagessen

Kinder und Jugendliche, die sich wohl und geborgen fühlen und ihre Talente und Fähigkeiten entfalten dürfen, können auch gut lernen. Daher ist die Atmosphäre in den Sophia-Schulen »Lern mit mir für das Universale Leben« durch ein familiäres Miteinander geprägt. In einer guten Gemeinschaft respektiert und schätzt jeder den anderen. Die Kinder und Jugendlichen helfen sich gegenseitig beim Lernen; ältere Schüler helfen den Jüngeren und betreuen sie als „Paten“. Die Schülerinnen und Schüler werden in viele Entscheidungsprozesse konkret mit einbezogen. Dies wirkt sich bis in die Unterrichtsgestaltung hinein aus. Alle achten darauf, dass gemeinsam getroffene Vereinbarungen und Regeln auch eingehalten werden. Dies fällt leichter, weil sie zuvor erklärt wurden und alle den Sinn verstehen.

Die Atmosphäre des familiären Miteinanders wird schon am frühen Morgen neu wachgerufen. Der Schultag beginnt nicht sofort mit dem Unterricht, sondern mit einem gemeinsamen Morgenkreis und einem anschließenden kleinen Frühstück, bei dem sich jeder Schüler wohlfühlen und in der Klassengemeinschaft bewusst „ankommen“ kann.

Wichtig für eine gute Lernatmosphäre ist nicht zuletzt die ansprechende Gestaltung der Schule, der Klassenzimmer und auch der Gänge. Die Schüler wirken dabei mit und pflegen die Räumlichkeiten gemeinsam. Alles ist wohnlich und sauber. Die Schultische in den Klassenzimmern sind so gestaltet, dass sie zu größeren oder kleineren Kreisen oder Halbkreisen zusammengerückt werden können. Diese und viele weitere Details des schulischen Lebens gehen auf Anregungen von Gabriele, der Botschafterin Gottes, zurück.

DIE LÖSUNG VON KONFLIKTEN

Die Goldene Regel „Was du nicht willst, das man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu“ ist gerade Kindern und Jugendlichen sehr einleuchtend: Wenn ich beispielsweise nicht beschimpft werden möchte, dann tue ich dies anderen auch nicht. Und wenn ich gute Freunde haben möchte, bin ich selbst ein guter Freund.

In jeder Gemeinschaft treten dennoch hin und wieder Konflikte auf. Die Pädagogen sehen ihre Aufgabe darin, gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen eine gute Lösung zu finden. Das bedeutet, nicht – wie in Streitsituationen allgemein üblich – die Schuld beim anderen zu suchen: „Der andere hat angefangen!“ Statt dessen wird gemeinsam herausgearbeitet, was zum Streit geführt hat und wer welchen Anteil daran hatte. Der eine hat vielleicht dem anderen einen verletzenden Ausdruck gesagt – aber hatte er vielleicht nicht zuvor den anderen provoziert oder ausgelacht? Sobald jeder seinen Anteil an einem Streit erkannt hat, fällt es nicht mehr schwer, ehrlichen Herzens wieder aufeinander zuzugehen, sich zu entschuldigen, das Verhalten wieder gut zu machen und sich zu bemühen, dies nicht mehr zu tun. Die Versöhnung bringt allen Beteiligten Freude und ist eine Bereicherung für die Gemeinschaft. Dies ist gelebte Bergpredigt im Alltag: „Ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge, ehe du mithelfen kannst, den Splitter aus dem Auge deines Bruders zu entfernen.“

Betrifft der Konflikt Schüler einer anderen Klasse, dann klopfen die Mädchen und Jungen dort an die Tür und klären die Situation gemeinsam. Die Kinder und Jugendlichen lernen auf diese Weise, sich für eine größere Gemeinschaft einzusetzen und etwas Positives in sie hineinzubringen.